VT-Nächte
Aktuelles Schwerpunktthema
Ab auf die Couch! Unser verhaltenstherapeutisches Fortbildungsformat ist ein akkreditierter, monatlicher Online-Vortragsabend. Zu halbjährlich wechselnden Schwerpunktthemen kommen renommierte Fach- und Praxisexperten aus dem psychotherapeutischen Bereich zu Wort und vermitteln Ihnen in 90 Minuten interessantes Wissen, neue Einblicke und frische Impulse.
Themen und Termine
19. März 2026
19:00
-20:30
Einsamkeit: von Mechanismen zu psychotherapeutischen Ansatzpunkten
Einsamkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen mit erheblichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Der Vortrag gibt einen Überblick über psychologische und neurobiologische Mechanismen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Einsamkeit beitragen. Darauf aufbauend werden störungsübergreifende psychotherapeutische Interventionen vorgestellt, die Einsamkeit gezielt adressieren und therapeutisch nutzbar machen.
16. April 2026
19:00
-20:30
ADHS und Sucht
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft 15-20 % der Patientinnen und Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD), bleibt jedoch in den allermeisten Fällen unerkannt. Betroffene zeigen einen schneller eskalierenden Konsum, häufigere Therapieabbrüche, ein erhöhtes Mortalitätsrisiko und berichten mehr Stigmatisierung. Der Vortrag gibt einen Überblick über Epidemiologie, Diagnostik und Therapie der Komorbidität ADHS und SUD unter Berücksichtigung eigener Forschungsergebnisse.
21. Mai 2026
19:00
-20:30
Chronisches Fatigue Syndrom: Was ist es und welche Rolle hat die Psychotherapie dabei?
Seit der Pandemie suchen zunehmend Patient:innen mit postakuten Infektionssyndromen bis hin zur schweren Multisystemerkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom) psychotherapeutische Unterstützung, teils aus eigenem Leidensdruck heraus, teils weil sie mit der Annahme einer psychosomatischen Erkrankung überwiesen werden. Die komplexe, somatisch geprägte Symptomatik stellt Psychotherapeut:innen dabei vor erhebliche diagnostische und therapeutische Herausforderungen, insbesondere in der Abgrenzung zu depressiven Störungen oder somatischen Belastungsstörungen. Der Vortrag gibt einen kompakten Überblick über die medizinischen Hintergründe postinfektiöser Erkrankungen und stellt das Kardinalsymptom der ME/CFS, die postexertionelle Malaise (PEM), in den Mittelpunkt. Vorgestellt wird ein psychotherapeutischer Ansatz, der den sicheren Umgang mit Belastung und das Pacing fokussiert, um Zustandsverschlechterungen zu vermeiden. Besonderheiten in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden exemplarisch anhand von Fallbeispielen verdeutlicht.
18. Juni 2026
19:00
-20:30
ADHS im Erwachsenenalter – Vom „Chaos im Kopf“ zur strukturierten Diagnose und Therapie
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist kein reines Kindheitsphänomen – die Symptome bestehen oft bis ins Erwachsenenalter fort, manifestieren sich jedoch anders. Betroffene begeben sich oft zunächst wegen typischer psychischer oder körperlicher Folgeerkrankungen in Behandlung, während die zugrundeliegende ADHS übersehen wird. Dieser Vortrag beleuchtet das vielschichtige klinische Bild von ADHS bei Erwachsenen, das oft durch innere Unruhe, Impulsivität, emotionale Dysregulation und Desorganisation gekennzeichnet ist. Neben den diagnostischen Kriterien nach aktueller S3-Leitlinie werden die Herausforderungen der Differentialdiagnose sowie häufige Komorbiditäten wie z. B. affektive Störungen, Suchterkrankungen diskutiert. Abschließend wird das multimodale Therapiekonzept vorgestellt, das psychoedukative Maßnahmen, Coaching, Psychotherapie und medikamentöse Optionen (Stimulanzien) umfasst, um Betroffenen zu mehr Struktur und Lebensqualität zu verhelfen.
16. Juli 2026
19:00
-20:30
Psychoneuroimmunologie
Die Psychoimmunologie hat sich zunächst vor allem mit Stressforschung befasst bzw. aus dieser entwickelt dann weiter zur Psycho-Neuroimmunologie. Inzwischen ist, mit Verbindungen zur altbekannten Neuropsychiatrie, erst kürzlich die Immunopsychiatrie entstanden, mit ganz neuen Einsichten zu Ursachen und therapeutischen Möglichkeiten. Interessanterweise hat ein sehr bekannter Vertreter der Neuropsychiatrie, Michael R. Trimble ( Autor von The Intentional Brain), seit langem die Bedeutung psychischer Faktoren, und von Psychotherapie, auch bei primär organisch verursachten Krankheitsbildern, z.B bei Epilepsie , d.h. einer bidirektionalen Interaktion, organisch-psychisch, hervorgehoben. Diese prinzipiellen Zusammenhänge/Interaktionen sind faszinierend aber auch schwierig und nur teils verstanden. Ein Überblick über die jüngere Entwicklung in Grundlagen und Klinik von der Psychoimmunologie zur Immunopsychiatrie einschließlich zu neuen immunologischen Therapien wird an diesem Themenabend gegeben.