Die Corona-Pandemie ließ uns digital zusammenrücken und erkennen, dass auch psychotherapeutische Arbeit und Fortbildung sehr gut online funktionieren können. Krisenerprobt startete 2022 die erste VT-Woche im Onlineformat und war ein voller Erfolg. Die kreative Nutzung der digitalen Möglichkeiten sichert die inhaltliche Qualität und die gute, interaktive Lernatmosphäre in den Workshops – von überall live dabei.
Wir möchten in Zukunft vermehrt jungen und aufstrebenden Referent:innen eine Plattform bieten. Dafür haben wir unser Angebot für Sie um zusätzliche Workshops ergänzt: Sie finden die NEW VOICES in unserem Programm.
Beschreibung:
Spezialisierte Einrichtungen zur Diagnostik und Therapie autistischer Störungen bei Erwachsenen werden häufig von Personen aufgesucht, die (z. T. nach Recherche und Selbst-Test mit Fragebögen im Internet) zu der Überzeugung gelangt sind, von einer Störung des autistischen Spektrums (in der Regel „Asperger-Syndrom“) betroffen zu sein. In diesem Workshop werden die Vorgehensweise und die Instrumente zu einer validen Diagnostik und Differentialdiagnostik entsprechend der 2016 unter Beteiligung des Referenten erarbeiteten S-3 Leitlinie sowie der aktuelle Stand zu evidenzbasierten Therapien vorgestellt.
Ziel:
Die Kursteilnehmer:innen sollen befähigt werden, bei entsprechenden Anfragen die Validität einer (selbst-?)gestellten Autismus-Diagnose zu überprüfen, bzw. zu entscheiden, ob Ratsuchende zur Diagnostik an eine spezialisierte Einrichtung überwiesen werden sollen.
Zur Person:
Prof. Dr. med Matthias Dose war als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie über 20 Jahre ärztlicher Direktor des kbo-Isar-Amper-Klinikums Taufkirchen/Vils und in der psychiatrischen Versorgung und Forschung tätig. Seine Interessenschwerpunkte und besondere Fachexpertise liegen seit über 40 Jahren auf der erblichen Huntington – Krankheit und Autismus Spektrum Störungen bei Erwachsenen. Neben verschiedenen Gremientätigkeiten bei der «Deutschen Huntington-Hilfe DHH e.V.» und «Autismus Deutschland» gibt er als Supervisor, Lehrtherapeut und Dozent sein Wissen sowohl zu den genannten Schwerpunkten, aber auch zu Psychopharmakologie und -pathologie (Befunderhebung und Diagnostik) weiter.
Beschreibung:
Die Jahre von 1933 bis 1945 haben tiefe Spuren in den Familien hinterlassen. Traumatisierungen durch Kriegserlebnisse und Verfolgung, seelische Beschädigungen durch den Nationalsozialismus, Verlust von Heimat durch Flucht und Vertreibung, schuldhaftes Handeln und Schweigen, Opfer, Täter:in oder Mitläufer:in sein – all diese Erfahrungen von Eltern und Großeltern können tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Nachkommen haben. Leiden diese an Symptomen wie Ängsten, Depressionen, Sucht etc. erschließt sich das klinische Bild häufig erst dann, wenn die Vorgenerationen in die therapeutische Perspektive einbezogen werden. Dies gilt insbesondere für die Weitergabe von Traumata und unverarbeiteter Schuld. In der Psychotherapie sind die Nachwirkungen von Krieg und NS-Zeit lange Zeit wenig berücksichtigt worden, treffen hier in den letzten Jahren aber auf steigendes Interesse – auch dadurch angeregt, dass sich immer mehr Menschen intensiv mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen.
In dem Workshop wird auf die aktuelle Bedeutung des Themas eingegangen und ein theoretischer Überblick über die transgenerationale Übertragung von Traumatisierungen und Beschädigungen gegeben. Ausgewählte Forschungsergebnisse werden dargestellt. Zudem werden Bezüge zur therapeutischen Arbeit und – bei Interesse – zur eigenen Familiengeschichte hergestellt.
Ziel:
Ziel dieses Workshops ist es, ein vertieftes Verständnis für die psychischen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus auf Therapeut:innen und Patient:innen heute zu erreichen und neue Ansatzpunkte für die therapeutische Arbeit zu vermitteln.
Beschreibung:
Die kognitive Umstrukturierung im Gespräch und mit Vordrucken greift häufig zu kurz und wird von vielen PatientInnen als „zu intellektuell“ begriffen. Die moderne, methodenoffene KVT verwendet daher übende, emotionsfokussierte Verfahren – emotionales Erleben wird intensiviert, diese Therapieerfahrung prägt sich stark ein und fördert auf diese Weise die gewünschte Veränderung oder die Überwindung von emotionalen Verletzungen aus der Vergangenheit. Inhalte: Entscheidungsstühle, Zeitreise (sich selbst verzeihen), Klärungen und Abschiede im Hinblick auf wichtige Personen aus Familie, Freundeskreis, Beruf, auch Klärungen mit Verstorbenen oder ungeborenen Kindern, Arbeit mit dem Inneren Kritiker. Die meisten Übungen sind störungsübergreifend anwendbar.
Ziele:
Die Teilnehmer;innen sollten nach dem Workshop in der Lage sein, verschiedene Stuhlübungen sofort in ihren Einzeltherapiesitzungen und, adaptiert, in einer Therapiegruppe erfolgreich verwenden zu können.
Beschreibung:
Intensive Traumatisierung von Kindern ist leider nicht so selten, wie wir es gerne hätten. Dementsprechend haben auch mehr erwachsene Patient*innen ausgeprägte dissoziative Symptome, bis hin zum Vollbild einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS). Das Erkennen dieser nicht-so-seltenen Störung ist gar nicht so schwierig, wenn man weiß, worauf es zu achten gilt. Die Arbeit mit Patient*innen, die dissoziative Symptomatik zeigen, stellt Behandler*innen dennoch vor gewisse Herausforderungen. Spätestens bei der Konfrontation mit Persönlichkeitsanteilen, die als „kontrollierend“ oder „Täter-identifiziert“ beschrieben werden können, kommt „Traumatherapie-As-Usual“ an ihre Grenzen.
Die Theorie der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (TSDP, E. Nijenhuis) und die daraus entwickelte Enaktive Traumatherapie ist sehr hilfreich für die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit DIS. Wer den Mut fasst, sich auf die Behandlung dieser extrem traumatisierten Menschen einzulassen, tut gut daran, sich auch mit der aktuell am besten ausgearbeiteten Theorie zu beschäftigen. Die daraus abgeleitete Grundhaltung sowie therapeutische Techniken haben die Arbeit des Referenten mit Patient:innen, die an einer Dissoziativen Identitätsstörung leiden, erheblich vereinfacht und effektiver gemacht.
In diesem Seminar wird
• eine Einführung in die TSDP gegeben,
• die Diagnostik der DIS „state of the art“ gezeigt und es werden
• Anregungen, die den Grundzügen der Enaktiven Traumatherapie folgen, für das gemeinsame therapeutische Arbeiten mit den Patient:innen gegeben und geübt.
Der Referent hat an der Übersetzung des ersten Buches von Ellert Nijenhuis (2016 s. u.) mitgewirkt, ist einer von zwei Traumatherapeuten, denen die Übersetzung des zweiten Buches (2018) anvertraut wurde und war Ko-Referent für Ellert Nijenhuis „Masterclass“.
Ziel:
Ein besseres Verständnis von Patient:innen mit Dissoziativen Identitätsstörung, zuverlässigere Diagnostik und effektivere Interventionen.
Beschreibung:
Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie) gehen für viele Patient:innen mit einem erheblichen Leidensdruck, auch tagsüber, einher. Darüber hinaus ist Insomnie ein Risikofaktor für weitere psychische Störungen sowie körperliche Erkrankungen. Die Prävalenz für Insomnie ist mit ca. 10% relativ hoch, sie tritt häufig in Kombination mit anderen psychischen Störungen auf und kann den psychotherapeutischen Prozess behindern, wenn sie nicht gezielt behandelt wird.
Der Schwerpunkt dieses Workshops ist die praxisnahe Vermittlung der Inhalte der Kognitiven Verhaltenstherapie der Insomnie (KVT-I, S3-Leitlinienempfehlung). Außerdem wird erarbeitet, wie die Behandlung mit KVT-I beim Vorliegen komorbider Störungen angepasst werden kann. Abschließend werden Übungen aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) vorgestellt, die insbesondere bei motivationalen Schwierigkeiten zu einer erfolgreichen Behandlung der Insomnie beitragen können.
Ziel:
Die praxisnahe Vermittlung der Grundlagen der S3-Leitlinienbehandlung von Insomnie und Ansätzen aus der ACT-Therapie.
Zur Person:
Dr. Anna Johann ist Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg sowie am Institut für Medizinische Psychologie und Soziologie der Universität Freiburg. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Therapie von Schlafstörungen, wobei sie nicht nur Mitglied in der Arbeitsgruppe für die S3-Leitlinie zu Insomnie ist, sondern auch ein störungsspezifisches Behandlungskonzept mit erarbeitet hat, jahrelange therapeutische Erfahrung mitbringt und diese in Fortbildungskursen an Fachkräfte weitergibt.
Beschreibung;
In der traumafokussierten Akzeptanz- und Commitmenttherapie (TFACT) werden Vorgehensweisen der ACT mit Prozessen integriert, die speziell auf die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse abzielen. Zentrale Aspekte sind Mitgefühl, werteorientiertes Handeln, Psychische Flexibilität, Ganzheitlichkeit von Körper und Geist, Commitment und Exposition. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen die Wirksamkeit dieses Ansatzes.
Ziele:
Im Rahmen des transdiagnostischen Ansatzes lernen die Teilnehmenden die Kernmodule der ACT sowie die kontextuell einbezogenen Vorgehensweisen kennen. Menschen mit und nach traumatischen Erfahrungen kann es damit gelingen, (wieder) ein aktives, sinnerfülltes Leben zu führen.
Zur Person:
Prof. Norbert W. Lotz ist approbierter Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor, Coach, Trainer und Lehrtherapeut für Rational-Emotive und Kognitive Verhaltenstherapie. Er leitet das FIRST Ausbildungsinstitut in Frankfurt und hat in Deutschland maßgeblich zur Verbreitung der REVT beigetragen. Prägende Schwerpunkte seiner therapeutischen Arbeit sind weiterhin die ACT und die Integration körperorientierter Verfahren wie Qi Gong, Tai Chi und Yoga.
Beschreibung:
Haben Sie manchmal den Eindruck, mit Ihren Patient*innen „im Trüben zu fischen“, sich „im Kreis zu drehen“, oder auch manchmal einfach ein „klareres Bild“ für Ihr Gegenüber zu brauchen, damit abstrakte Konzepte konkret und greifbar werden? Dann sind Sie hier genau richtig!
In diesem Workshop folgen wir dem Leitsatz „Mit Leichtigkeit in die Tiefe“, und tauchen ein die Welt der Impact Techniken, die die Arbeit mit Patient*innen wirksamer, „sinn-voller“ und nachhaltiger werden lassen. Theorie- und Themenübergreifend beleuchten wir unterschiedliche kreative Methoden, die neben der Verwendung von Requisiten die Arbeit mit Metaphern, mit Stühlen, Visualisierungen und Bewegungen umfassen. Dabei orientieren wir uns an den Wünschen der Teilnehmer*innen zu Fallbeispielen und Therapie-Themen, sodass die Werkzeuge, die in den eigenen Methodenkoffer wandern dürfen, zu den Baustellen der Patient*innen passen. Durch Kurzdemos und zahlreiche Übungen erleben die Teilnehmer*innen den Charme und die Nutzbarkeit der „sinn-vollen“ Methoden im eigenen Arbeitskontext, im analogen und im digitalen Setting, und können nachhaltig ihre eigene Kreativität und den Mut zur Anwendung ungewöhnlicher und inspirierender Methoden stärken. Und ganz nebenbei erleben sie nicht nur ein kreatives Feuerwerk, sondern auch die Ruhe und Tiefe, die der Impact Therapie innewohnt.
Ziel:
Nach der Teilnahme an der Fortbildung sollen die Teilnehmer:innen
– die grundlegenden Konzepte der Impact Therapy kennen,
– Impact Therapy als über reine Techniken hinausgehendes Konzept verstehen,
– Ihre eigene therapeutische Haltung klar formulieren können,
– den Impact ihrer eigenen Arbeit erhöhen können,
– ihre eigene Therapie kreativer und multisensorischer gestalten können,
– den Mut haben, in ihrer Arbeit mit Patient:innen Neues auszuprobieren.
Zur Person:
Eva Barnewitz, Psychologin (M.Sc., Universität Konstanz), Impact Therapy Associate, ist seit 2012 tätig als Trainerin, Therapeutin und Beraterin in unterschiedlichsten Kontexten. Sie ist tätig als Coachin und Supervisorin für Einzelne und Teams, als Systemische Therapeutin und Beraterin für Einzelne, Paare und Teams, sowie als freiberufliche Trainerin, u.a. für Impact Therapy, Impact Techniken, Motivierende Gesprächsführung, Traumatherapie, Angewandte Improvisation, und Selbstfürsorge an verschiedenen Systemischen und Verhaltenstherapeutischen Instituten. Als Dozentin für Narrative Expositionstherapie und Psychologische Erste Hilfe bietet sie Workshops in Deutschland sowie im Ausland an. Nach einem kurzen Ausflug als Kreativ-Coach in die Systemische Unternehmensberatung ist sie vermehrt in verschiedenen Kriegs- und Krisengebieten tätig als Trainerin, Supervisorin und Therapeutin (u.a. Syrien, Irak, DR Kongo, Ukraine). Ihre Trainings zeichnen sich aus durch Leichtigkeit, Tiefe, Wissenschaftlichkeit, und den durchgängigen Praxis- und Lebensbezug
Beschreibung:
Dieser Online-Workshop vermittelt einen kompakten Überblick über Krebserkrankungen, onkologische Diagnostik, Befunde und Behandlungsformen. Im Fokus stehen psychische und psychosoziale Auswirkungen der Erkrankung sowie psychoonkologische Interventionsmöglichkeiten – im kurativen und palliativen Setting, nach Therapieabschluss, am Lebensende und in der Begleitung von Angehörigen und Kindern.
Ziel:
Für die psychotherapeutische Praxis bietet der Workshop wichtige Grundlagen und praxisnahe Ansätze, um Patient:innen mit Krebserkrankung und deren Umfeld fachlich fundiert und einfühlsam begleiten zu können – von der Akutphase bis zur Trauerarbeit.
Hier finden Sie das Formular zur Anmeldung für die Online VT-Woche.
Dort können Sie die einzelnen Workshops auswählen und unten Ihre Kontaktdaten eingeben. Bitte beachten Sie das Ampelsystem
Grün: Plätze verfügbar
Gelb: noch wenige Plätze verfügbar
Rot: keine freien Plätze mehr verfügbar
Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie von uns eine schriftliche Anmeldebestätigung. Sie haben Fragen zur Online-Anmeldung? Dann wenden Sie sich gerne direkt an uns:
Anja Runau
Koordinatorin des Fort- und Weiterbildungsprogramms
Telefon: 089/360 804 97
E-Mail: runau@ift.de
Für die Teilnahme sollten Sie über folgende technische Ausstattung verfügen:
Workshops:
Samstag (15.11.) und Sonntag (16.11.)
jeweils von 9:00 bis 16:30 Uhr (inkl. Pausen)
Erreichbarkeit des Tagungsbüros:
8:30 bis 16:30 Uhr
Teilnahme pro Tag: 9 Punkte (beantragt)
Die Anerkennung der Verhaltenstherapiewochen als Fortbildungsveranstaltung durch die jeweils zuständigen Psychotherapeutenkammern wird regelmäßig beantragt. In den vergangenen Jahren sind alle Veranstaltungen der VT-Wochen von den Psychotherapeutenkammern sowie von den zuständigen Landesärztekammern als ärztliche Fortbildung anerkannt worden.
Nach Ende des Workshops und vollständiger Teilnahme erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung.
Eine Übersicht der Teilnahmegebühren und verschiedenen Gebührengruppen finden Sie hier.
Für die Online-Tagung erhalten sie einen Rabatt von 15% auf die dort genannten Preise.
Eine Stornierung ist bis einschließlich Ende der Frühbucherfrist kostenfrei möglich.
Bei Stornierung bis zu vier Wochen vor Beginn der VT-Woche Online ist eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 50% der Workshop-Gebühren fällig.
Eine spätere Annullierung ist nur bei Vermittlung eines/einer geeigneten Ersatzteilnehmer:in kostenfrei möglich, andernfalls ist die komplette Workshop-Gebühr zu entrichten. Eine Stornierung muss immer schriftlich erfolgen.
Ja, die Rechnungsstellung erfolgt vier Wochen vor der Veranstaltung.
Veranstalter der Verhaltenstherapiewochen ist die IFT Mental Health Solutions GmbH. Sie ist Teil des 1973 gegründeten IFT Institut für Therapieforschung in München, dessen Schwerpunkt auf der anwendungsorientierten Forschung liegt.
Anja Runau
Koordinatorin des Fort- und Weiterbildungsprogramms
Telefon: 089/360 804 97
E-Mail: runau@ift.de
Das IFT fördert Vielfalt und Chancengleichheit unabhängig von Alter, kultureller Herkunft, Handicap, sexueller Orientierung, Geschlecht und Geschlechtsidentität. Wenn in Texten die männliche Form verwendet wird, dient das lediglich der Lesbarkeit. Sie bezieht immer alle Menschen ein.
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